# Shanghai lockt: Ihr Leitfaden zur Lizenzierung für ausländische Spieleunternehmen Guten Tag, geschätzte Investoren und Leser. Mein Name ist Liu, und ich blicke auf über 14 Jahre Erfahrung in der Registrierungsabwicklung für ausländische Unternehmen in China zurück, davon 12 Jahre bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatungsgesellschaft. Immer wieder erlebe ich die Faszination und zugleich die Verunsicherung internationaler Investoren, die den chinesischen Spielemarkt – insbesondere den dynamischen Standort Shanghai – erobern möchten. Der Schlüssel zum Erfolg liegt hier nicht nur in einer brillanten Spielidee, sondern maßgeblich im Verständnis des regulatorischen Rahmens. Heute möchte ich mit Ihnen einen essenziellen Wegweiser teilen: den **„Leitfaden zur Beantragung von Lizenzen (Version Numbers) für die Gründung von Spieleunternehmen durch Ausländer in Shanghai“**. Dieser Leitfaden ist mehr als nur eine Checkliste; er ist die Landkarte, die Sie durch das oft als komplex empfundene Terrain der chinesischen Spieleindustrie-Administration führt. Shanghai, als offenes Tor und wirtschaftliches Kraftzentrum, bietet hierfür besonders förderliche Bedingungen, doch das Verfahren bleibt anspruchsvoll. Lassen Sie uns gemeinsam die Details beleuchten.

Die WFOE-Gründung als Fundament

Bevor Sie überhaupt an eine Version Number denken können, müssen Sie Ihr operatives Vehikel in China etablieren. Für Ausländer ist dies in der Regel eine Wholly Foreign-Owned Enterprise (WFOE) mit entsprechendem Geschäftsbereich. Hier beginnt für viele der erste Stolperstein. Es reicht nicht, einfach „Softwareentwicklung“ einzutragen. Der Geschäftsbereich muss explizit Formulierungen wie „Entwicklung von Netzwerkspielesoftware“, „Bereitstellung von Dienstleistungen im Bereich der Kultur und Kunst“ oder ähnliches enthalten, um später für die relevanten Lizenzen qualifiziert zu sein. Ich erinnere mich an einen Fall vor einigen Jahren, wo ein deutsches Studio eine WFOE mit einem zu allgemein gehaltenen Geschäftsumfang gründete. Als sie Monate später die ICP-Lizenz beantragen wollten, mussten sie erst langwierig und kostspielig eine Geschäftsbereichserweiterung durchführen – ein klassischer Fall von „den Karren vor das Pferd spannen“. Die richtige strategische Ausrichtung der Unternehmensregistrierung ist daher das absolute Fundament, auf dem alles Weitere aufbaut. Ohne diese solide Basis sind alle späteren Schritte zum Scheitern verurteilt.

In der Praxis empfehle ich immer eine enge Abstimmung zwischen Ihrem Geschäftsplan und dem Wortlaut im Geschäftsbereich. Beraten Sie sich frühzeitig mit Experten, die die Anforderungen der National Radio and Television Administration (NRTA) und des Ministeriums für Kultur und Tourismus kennen. Ein weiterer, oft übersehener Punkt ist das eingebrachte Kapital. Während es keine gesetzlich festgelegte Mindestsumme für eine Spiele-WFOE gibt, prüfen die Behörden de facto, ob das Kapital im Verhältnis zum geplanten Betrieb steht. Ein zu niedriges Stammkapital kann im Antragsverfahren misstrauisch stimmen. Meine persönliche Einsicht nach all den Jahren: Nehmen Sie diese Phase nicht auf die leichte Schulter. Was in der Gründungsphase richtig gemacht wird, spart später immense Zeit, Nerven und Ressourcen.

Die ICP-Lizenz – Ihr Ticket ins Internet

Die Commercial ICP License ist für jedes Unternehmen, das online geschäftlich aktiv sein will, unverzichtbar. Sie wird vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) ausgestellt und ist die Voraussetzung dafür, dass Ihre Website oder Plattform in China legal betrieben werden kann. Für ein Spieleunternehmen ist sie die Eintrittskarte, um überhaupt Server betreiben und Nutzerdaten verarbeiten zu können. Der Antragsprozess ist streng und verlangt unter anderem einen rein inländischen Geschäftsführer, einen festen Geschäftssitz in China und umfangreiche Dokumentation. Stellen Sie sich vor, Sie haben ein fantastisches Spiel entwickelt, können es aber nicht hosten – die ICP-Lizenz verhindert genau dieses Szenario.

Ein häufiges Missverständnis ist, dass diese Lizenz „mal eben“ beantragt werden kann. Die Realität sieht anders aus: Der Prozess kann mehrere Monate dauern und erfordert präzise Vorbereitung. Ein Klient von uns, ein skandinavisches Studio, hatte große Probleme, den passenden inländischen Geschäftsführer zu finden – eine absolute Kernanforderung. Wir mussten hier eine vertrauenswürdige und qualifizierte Lösung finden, die sowohl den behördlichen Vorgaben als auch den Sicherheitsbedürfnissen des ausländischen Investors gerecht wurde. Die ICP-Lizenz ist kein Formsache, sondern eine ernsthafte behördliche Genehmigung, deren Bedeutung oft unterschätzt wird. Ohne sie steht Ihr gesamtes Online-Vorhaben auf wackeligen Beinen.

Der Kern des Ganzen: Die ISBN/Version Number

Nun kommen wir zum Herzstück des Leitfadens: der Application for the Publication Number (ISBN), umgangssprachlich meist „Version Number“ genannt. Diese Nummer, ausgestellt von der National Radio and Television Administration (NRTA), ist die offizielle Genehmigung für die Veröffentlichung und den kommerziellen Betrieb eines Spiels in China. Jedes Spiel – ob Mobile, PC oder Console – benötigt diese einzigartige Identifikation. Der Antrag ist äußerst umfangreich und prüft nicht nur technische Aspekte, sondern vor allem auch den Inhalt des Spiels auf Konformität mit chinesischen Gesetzen und Werten.

Leitfaden zur Beantragung von Lizenzen (Version Numbers) für die Gründung von Spieleunternehmen durch Ausländer in Shanghai

Hier spielt die Lokalisierung eine überragende Rolle. Es geht nicht nur um Übersetzung, sondern um kulturelle Anpassung. Inhalte, die in anderen Märkten üblich sind (wie bestimmte Darstellungen von Gewalt, politischen Anspielungen oder auch nur Glücksspiel-Mechaniken), können zur Ablehnung führen. Die Behörden prüfen akribisch jedes Asset. Ein persönliches Erlebnis: Ein US-Client hatte ein historisches Strategiespiel, das eine bestimmte, in China als sensibel geltende Grenzziehung zeigte. Trotz historischer Referenzen musste diese Karte für den chinesischen Markt komplett überarbeitet werden, um die Version Number zu erhalten. Der Prozess lehrt Demut: Der chinesische Markt ist ein eigener Kosmos mit klaren Regeln. Erfolg hat, wer diese Regeln respektiert und sein Produkt entsprechend anpasst, ohne seinen Kern zu verraten.

Lokaler Publisher – Ein unverzichtbarer Partner?

Direktanträge auf eine Version Number durch eine ausländische WFOE sind theoretisch möglich, aber in der Praxis äußerst selten und schwierig. In über 99% der Fälle ist die Kooperation mit einem lizenzierten chinesischen Publisher nicht nur empfehlenswert, sondern de facto notwendig. Dieser Publisher übernimmt die Rolle des Antragstellers bei der NRTA und haftet für die Konformität des Spiels. Die Auswahl des richtigen Partners ist daher eine strategische Entscheidung von größter Bedeutung.

Ein guter Publisher bringt nicht nur die notwendige Lizenz mit, sondern auch wertvolles Markt-Know-how, Vertriebskanäle (z.B. zu Stores wie den App Stores von Tencent oder Huawei) und Erfahrung im Lokalisierungsprozess. Die Vertragsgestaltung ist hier kritisch: Klären Sie unbedingt Eigentumsrechte am geistigen Eigentum, Revenue-Sharing, Laufzeiten und Kontrollmechanismen transparent. Ich habe leider auch Fälle von ungleichen Verträgen gesehen, wo ausländische Entwickler in der späteren Zusammenarbeit das Nachsehen hatten. Meine Devise: Der Publisher ist Ihr verlängerter Arm, nicht Ihr Herr. Bauen Sie eine partnerschaftliche, transparente Beziehung auf. Ein vertrauenswürdiger Partner kann den Weg zur Version Number erheblich beschleunigen und ebnen.

Steuerliche und buchhalterische Besonderheiten

Als Steuer- und Finanzberater muss ich diesen Punkt natürlich besonders betonen. Die Geschäftstätigkeit eines Spieleunternehmens in China unterliegt spezifischen steuerlichen Regelungen. Neben der Körperschaftssteuer (aktuell 25%, mit Vergünstigungen für qualifizierte High-Tech-Unternehmen) sind vor allem die Mehrwertsteuer (VAT) und die sogenannte „Cultural Industry Construction Fee“ relevant. Die Abrechnungsmodelle mit chinesischen Partnern (z.B. App Stores, Publishern) sind oft komplex und erfordern ein tiefes Verständnis des lokalen Systems.

Ein praktisches Beispiel: Die Einnahmen aus In-App-Käufen unterliegen der VAT. Der Store zieht diese typischerweise ein, aber die korrekte Deklaration und Abführung obliegt letztlich Ihrem Unternehmen. Hier kommt es ohne professionelle Buchhaltung und Steuerberatung schnell zu unangenehmen Überraschungen. Ein Klient dachte, sein Publisher kümmere sich um „alles Steuerliche“. Als dann die erste Steuerprüfung anstand, fehlten plötzlich wichtige Belege und Aufstellungen. Die Einrichtung eines robusten, compliance-orientierten Finanzsystems von Tag eins an ist kein Kostenpunkt, sondern eine wertvolle Investition in den langfristigen Betrieb. Vergessen Sie nicht: Steuervergehen können in China nicht nur zu hohen Geldstrafen, sondern im Extremfall zur Aberkennung von Lizenzen führen.

Datenschutz und Compliance-Herausforderungen

Mit dem Inkrafttreten des Personal Information Protection Law (PIPL) und des Data Security Law (DSL) hat China einen der strengsten Datenschutzrahmen der Welt geschaffen. Für Spieleunternehmen, die zwangsläufig Nutzerdaten erheben, ist dies eine enorme Herausforderung. Die Anforderungen an die Datenlokalisierung (Speicherung von Daten in China), an die Einwilligung der Nutzer und an die Transparenz sind extrem hoch. Die Behörden prüfen diese Aspekte mittlerweile standardmäßig im Zuge der Lizenzvergabe.

Mein Rat: Integrieren Sie Datenschutz-by-Design von Anfang an in Ihre Spielentwicklung und Infrastrukturplanung. Prüfen Sie genau, welche Daten Sie wirklich benötigen. Die Zeiten, in denen man Daten „einfach so“ sammeln konnte, sind vorbei. Ein nicht konformes Datenhandling ist heute einer der schnellsten Wege, nicht nur eine Version Number zu verspielen, sondern auch hohe Bußgelder zu riskieren. Diese Compliance ist kein IT-Thema, sondern eine Führungsaufgabe auf Vorstandsebene. Planen Sie entsprechende Ressourcen und Expertise ein – es lohnt sich.

Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Weg zur erfolgreichen Gründung eines Spieleunternehmens in Shanghai als Ausländer ist klar definiert, aber anspruchsvoll. Er führt von der strategisch klugen WFOE-Gründung über die essenzielle ICP-Lizenz bis hin zum heiligen Gral, der Version Number, wobei die Partnerschaft mit einem lokalen Publisher und die Beachtung steuerlicher sowie datenschutzrechtlicher Vorgaben entscheidende Erfolgsfaktoren sind. Der Leitfaden bietet hierfür die notwendige Roadmap.

Die Bedeutung dieses Prozesses kann nicht hoch genug eingeschätzt werden: Er ist das Tor zum mit Abstand größten Spielemarkt der Welt. Wer die Regeln respektiert, geduldig und gut vorbereitet vorgeht, wird belohnt. Mein persönlicher Ausblick: Ich sehe eine zunehmende Professionalisierung und Internationalisierung des Prozesses. Die Behörden in Shanghai werden immer erfahrener im Umgang mit ausländischen Investoren. Gleichzeitig wird der Fokus auf Inhalte, Datenschutz und Jugendschutz weiter zunehmen. Die Zukunft gehört denen, die nicht nur ein großartiges Spiel, sondern auch einen robusten, compliance-orientierten Betriebsplan für China mitbringen. Seien Sie vorbereitet, seien Sie geduldig, und suchen Sie sich die richtigen Experten an Ihre Seite.

Einschätzung der Jiaxi Steuer- und Finanzberatung

Bei der Jiaxi Steuer- und Finanzberatungsgesellschaft betrachten wir den Leitfaden zur Lizenzbeantragung nicht als isolierte Checkliste, sondern als integralen Bestandteil einer ganzheitlichen Markteintrittsstrategie. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass die größten Stolpersteine oft an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Schritten liegen: zwischen Gesellschaftsgründung und ersten Lizenzanträgen, zwischen Vertrag mit dem Publisher und steuerlicher Verrechnung, zwischen Spielentwicklung und Datenschutz-Compliance. Unser Ansatz ist daher immer vernetzt. Wir begleiten unsere Klienten von der ersten Idee über die WFOE-Gründung mit passendem Geschäftsbereich, unterstützen bei der Vorbereitung für die ICP-Lizenz und arbeiten eng mit spezialisierten Rechtsanwälten für den Version-Number-Prozess zusammen, während wir parallel das finanzielle und steuerliche Fundament aufbauen. Ein häufiger Fehler ist die sequentielle Herangehensweise („Erst Firma, dann Rest“), die zu teuren Verzögerungen führt. Wir setzen auf parallele, koordinierte Planung. Unser Credo: Die erfolgreiche Beantragung einer Version Number ist kein Endpunkt, sondern der Startschuss für einen nachhaltigen und complianten Markterfolg in China. Dafür muss die administrative und finanzielle Struktur des Unternehmens von Beginn an „spielfest“ sein. Wir helfen Ihnen, genau diese Struktur zu schaffen.